Stille.
Leere?
Irgendwie beides.
Und trotzdem keines von beiden.
Es ist ein Gefühl.
Oder vielmehr etwas,
das Gefühle hervorbringt.
Bei mir ist es häufig Wut.
Gefolgt von Zweifel.
Und auf Platz drei:
die Angst.
Die weiteren Plätze spare ich mir.
Der Zweite
ist schließlich schon
der erste Verlierer.
Und an den
erinnert sich später
eh niemand.
Die Ersten
werden die Ersten sein.
Das Ganze spielt sich
irgendwo
zwischen Brustbein
und Bauch ab.
Etwa auf Höhe
des Solarplexus.
Nicht nur unangenehm.
Hartnäckig.
Kennt ihr diesen Schlag
in den Solarplexus?
Früher…
als Kind.
Als man sich
mit den nicht vorhandenen
Bauchmuskeln
rühmen wollte.
Ein Schlag.
Die Luft bleibt weg.
Nur…
bei mir
kommt sie
nicht wieder.
Es ist kein kurzer,
knackiger Schmerz.
Es ist diese…
stille Leere.
Oder leere Stille.
Und genau daraus
entstehen
Wut.
Zweifel.
Angst.
Oder vielleicht
ist es doch
nur ein einziges Gefühl,
das ständig
seine Maske wechselt.
Es macht müde.
Nicht dieses:
„Ich habe schlecht geschlafen.“
Sondern eine Müdigkeit,
die auch
nach fünfundzwanzig Stunden Schlaf
nicht verschwindet.
Schlaf
wird plötzlich
zum Batteriesparmodus.
Mehr als zwanzig Prozent
lädt er nicht.
Und die sind
direkt nach dem Aufstehen
schon wieder verbraucht.
Am Anfang
überspielt man das.
Ein paar Treffer
lassen sich
noch wegstecken.
Auch Kombinationen.
Aber irgendwann
geht das nicht mehr.
Die Müdigkeit wächst.
Die Erschöpfung auch.
Und langsam
wird aus Leben
Organisation.
Der Haushalt
wird zur Aufgabe.
Freunde
werden Termine.
Die Partnerschaft
zur Geduldsprobe.
Arbeit
zum Kraftakt.
Und ich…
werde
zu meinem
größten Kritiker.
Die einzige Stimme,
die niemals müde wird,
ist die,
die mir
Tag für Tag
erzählt,
dass ich
zu nichts gut bin.
Ich nenne sie inzwischen
die Krake.
Mein neues Haustier.
