#Tag 12

…Kunsttherapie…

Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll.

Es liegt nicht am fehlenden kreativen Zugang. Wobei Schreiben oder Fotografieren mir deutlich näher liegen würden. Von den angebotenen Möglichkeiten ist Zeichnen oder Malen allerdings vermutlich die beste Wahl.

Nun ja.

Was will uns der Künstler mit seinem Werk sagen?

Keine Ahnung.

Ich weiß ziemlich genau, was ich da aufs Papier gebracht habe. Und wenn gewünscht, kann ich das auch problemlos mit meiner aktuellen Situation verknüpfen.

Aber nicht, weil mich das Bild besonders berührt oder ich ihm automatisch eine tiefere Bedeutung zuschreibe.

Dass diese trotzdem vorhanden sein könnte, will ich gar nicht ausschließen.

Bisher habe ich sie nur noch nicht entdeckt.

Eingestehen muss ich allerdings, dass Kunsttherapie eine hervorragende Form von Brain-Wellness ist.

Kurzweilig.

Entspannend.

Und erstaunlich angenehm für einen Menschen, dessen Gehirn selten freiwillig Pause macht.

Als kleine Abwechslung danach stand ich gemeinsam mit gefühlt der Hälfte der Patienten und einem nicht unerheblichen Teil des Personals am Hubschrauberlandeplatz.

Ist das eigentlich legales Gaffen?

Inklusive kostenlosem Peeling durch den Rotorwind.

Die Beteiligung war jedenfalls bemerkenswert hoch.

Offenbar endet therapeutische Arbeit nicht dort, wo ein Rettungshubschrauber landet.

Was mir zunehmend auffällt:

Es gibt hier unglaublich viele Möglichkeiten, in sich hineinzuhören.

Spazierengehen.

Schreiben.

Therapie.

Ruhe.

Gespräche.

Natur.

Zeit.

Und genau das fällt mir erstaunlich schwer.