Tagesklinik #Tag 57

Der letzte Beitrag, den ich veröffentlicht habe, ist lange her. Die, die ich in der Zwischenzeit geschrieben habe, werden den Blick der Öffentlichkeit nicht erreichen – zu intim, zu aufwühlend … nicht der richtige Zeitpunkt.

Das Ende der Tagesklinik naht und ich fühle mich weniger als jemals zuvor auf das Leben danach vorbereitet, aufgestellt … bereit dafür.

Überforderung, Angst und weiterhin diese Traurigkeit sind Dauerbegleiter. Und das Weinen … einfach so.

Das nervt mich ungemein.

Und ich frage mich, wofür der ganze Aufriss, wenn es nicht besser wird!?

Und während ich diesen Gedanken habe, kommt auch die kleine Erkenntnis, dass ich mir die Zeit geben sollte, die ich brauche.

Nicht die Berufstätigkeit als Schlüssel für eine bessere Zeit sehen. Nicht wieder funktionieren, weil das irgendwie einfacher ist.

Sondern das Gefühl entwickeln, dass ich in mir Ruhe … und auf mich achte.

Das macht mir Angst.

Weil ich mich immer über Leistung definiert habe. Über das, was ich kann. Was ich schaffe. Was ich leiste.

Aber an sich zu denken und den Weg zu gehen, gesund zu werden, ist kein Selbstverständnis.

Auch das ist eine Leistung.

Eine Anerkennung an sich selbst.

Nicht für andere.
Nicht für Prestige.
Nicht für Erfolg.

Für mich.

Und das muss ich noch begreifen.

Zu der Tagesklinik:

Es ist „nett“ … ja.

Das andere „nett“.

Aber ich habe eine Struktur.

Ich habe Menschen, mit denen ich reden kann. Menschen, die fragen, wie es mir geht. Termine, die meinen Tag zusammenhalten.

Und vielleicht ist genau das gerade der Punkt, der mir Angst macht.

Nicht, dass die Tagesklinik endet.

Sondern dass danach wieder alles bei mir liegt.

Keine festen Zeiten.
Keine Gruppe.
Keine Tür, durch die ich morgens gehe.

Nur ich.

Und mein Leben.

Und vielleicht muss ich gerade noch lernen, dass das nicht bedeutet, wieder alles alleine schaffen zu müssen.