Ich bin allein.

Nicht einsam –
vielleicht auch das.

Aber gerade jetzt
bin ich allein.

Und ich nehme es an.

Das Alleinsein.
Die Einsamkeit.
Und die Traurigkeit,
die dazukommt.

Ein Trio.

Ich nehme an,
dass mich das auffrisst.

Nicht langsam.
Nicht unbemerkt.

Bei Nichten!

Ich merke es.

Wie es an mir nagt.
Wie es schwerer wird.
Wie aus einem Gefühl
ein Zustand wird.

Und dann …

wenn ich nicht mehr allein bin
und mich trotzdem einsam fühle –

schwindet alles.

Das Alleinsein.
Die Einsamkeit.
Die Traurigkeit.

Als wäre sie nie da gewesen.

Und genau das
anzunehmen …

die Einsamkeit als Gefühl,
die Gefühle,
die sie auslöst –

ja …

das fällt mir schwer.

Nicht als Last,
die ich zu tragen habe.

Nicht als etwas,
das ich loslassen
und mich fallen lassen muss.

Einfach nur:

Da ist es.

Ich fühle es.

Und ich bewerte es nicht.

Ich bin müde.

Müde.

Natürlich spielt
der schlechte,
fragmentierte Schlaf
eine Rolle.

Die Nächte,
die keine richtigen Nächte sind.

Das Aufwachen.
Das Wiedereinschlafen.
Das Warten auf den Morgen.

Aber es ist
die andere Müdigkeit.

Die Müdigkeit
der Seele.

Die Müdigkeit
des Erlebens.

Des Überlebens.

Des Durchhaltens.

Und des Aufstehens.

Immer wieder
aufstehen.

Bis etwas in mir
mich in die Knie drückt.

Meine Knie schmerzen.

Und ich möchte
keinen Schmerz fühlen.

Gar keinen.

Ich nehme den Schmerz an.

Ich bewerte ihn nicht.

Auch dieses Gefühl
ist da.

Der Schmerz.

Die Einsamkeit.

Die Müdigkeit.

Und dann …

die Erkenntnis,
dass ich einsam bin.

Nicht allein.

Und vielleicht
ist genau das
der schwerste Teil.

Weil Menschen da sind.

Und ich mich trotzdem
verloren fühle.

Ich möchte meine Augen schließen.

Einfach schlafen.

In der Hoffnung,
dass die Stille
mir Ruhe bringt.

Aber vielleicht
ist die Stille
gerade das,
was ich nicht aushalte.

Vielleicht ist es
nicht die Einsamkeit selbst,

sondern alles,
was in ihr hörbar wird.

Und irgendwo darunter
liegt noch etwas.

Leise.

Hartnäckig.

Eine Frage.

Oder ein Urteil.

Habe ich versagt?

Vielleicht.

Vielleicht auch nicht.

Aber gerade jetzt
nehme ich sogar
diesen Gedanken an.

Nicht als Wahrheit.

Nicht als Urteil.

Nur als das,
was gerade da ist.

Die Einsamkeit.

Die Traurigkeit.

Die Müdigkeit.

Den Schmerz.

Und die Angst,
versagt zu haben.

Ich bin einsam.

Nicht allein.

Und in der Annahme,
versagt zu haben.