#Tag 41
Die Erkenntnis der letzten Woche wiegt schwer. Vielleicht nicht einmal die Erkenntnis selbst, sondern vielmehr das Anerkennen meiner Krankheit, meiner Ansprüche und die Fähigkeit, mich abzugrenzen. Etwas in Einklang zu bringen, das für mich gefühlt ein Leben lang widersprüchlich war. Sich zu fragen, wem ich eigentlich etwas beweisen muss.
Es zu schreiben, ist schon komisch. Und diese Gedanken zuzulassen, ist eine wahre Kraftanstrengung, weil es für mich immer viel einfacher war, Dinge wegzuschieben. Irgendwie seltsam, dass so viel Widerstand entsteht, obwohl das, worum es geht, doch eigentlich so vernünftig und wertschätzend ist – sich selbst gegenüber.
Ich muss beim Schreiben dieser Worte schmunzeln. Keine Ironie, kein Sarkasmus. Einfach nur die Erkenntnis, dass es unglaublich schwer sein kann, etwas scheinbar so Einfaches zu benennen und gleichzeitig die eigene innere Stimme zu verändern. Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich meine, wirklich verständlich wird.
Erschreckend ist aber auch, dass mir die Kunsttherapie tatsächlich richtig Spaß macht. Zum Glück habe ich darauf keine Wette abgeschlossen – die hätte ich verloren. 😉
Die stillen Momente hier empfinde ich inzwischen als Entlastung. Gleichzeitig habe ich manchmal Angst vor ihnen. Angst vor dem Gedankenkarussell. Angst davor, dass sich Gedanken und Gefühle einschleichen, die ich nicht mehr haben möchte.
Aber wenn nicht jetzt und hier – wann dann?
Ich darf sie haben.
Ich darf sie benennen.
Letzteres fällt mir heute deutlich leichter als noch vor ein paar Wochen.
Heute bin ich nachdenklich. Nicht resigniert. Nicht hoffnungslos. Hier und da überwältigt, manchmal vielleicht auch überfordert.
Aber auf einem Weg.
