#Tag 21
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass der Kaffee wirklich gut ist?
Es wäre durchaus möglich, dass das einer der Gründe war, warum ich nicht bereits in den ersten Tagen wieder abgereist bin.
Möglicherweise spielte aber auch die Sorge vor den nicht unerheblichen Konsequenzen durch die Menschen, die mich auf dem Weg hierher unterstützt haben, eine Rolle.
Unabhängig von den wirklich häufigen und sehr ausgeprägten schlechten Tagen.
Bei den Konsequenzen bleibe ich bewusst etwas vage.
Lasst eurer Fantasie freien Lauf, was das in der praktischen Umsetzung bedeutet hätte. 😉
Neben den einzelnen Therapien, Gesprächen und Angeboten bleibt erstaunlich viel Zeit.
Oder anders gesagt:
Langeweile.
Wobei die Langeweile vermutlich den Raum schaffen muss für all die Gedanken, Anregungen und Fragen, die zuvor gestellt oder thematisiert wurden.
Nicht immer schwere Themen.
Manchmal banale.
Manchmal vermeintlich unwichtige.
Manchmal weltanschauliche.
Und das gemeinsam mit Menschen, die ich vor drei Wochen noch nicht kannte und bei denen ich mir niemals hätte vorstellen können, sie jemals kennenzulernen.
Ich weiß gar nicht, ob es normal ist, dass sich nach einer gewissen Zeit auch eine gedankliche Leere bemerkbar macht.
Einige Mitpatienten berichten davon, dass sie nach einer Weile in ein Loch gefallen sind.
Was mich beschäftigt – nicht ständig, aber immer wieder – ist die Zeit danach.
Und vielleicht ist genau das der Punkt:
Irgendwann hört die Klinik auf, das Neue zu sein.
Dann wird langsam die Frage interessant, wie es außerhalb dieser Mauern weitergeht.
