Tag 1 – 7

Es ist soweit.
Jahrelanger Widerstand, die Reduzierung von Gehirnzellen (natürlich nur in gemäßigten Mengen ;)) und das Wegschlafen haben nicht geholfen.

Ich bin krank und brauche Hilfe.
Diese Einsicht hatten andere – und nicht zuletzt meine fachliche Unterstützung – schon deutlich länger als ich selbst.

„Es ist wie, wie es ist“, habe ich kürzlich geschrieben.
Und es fühlt sich nicht gut an, hier zu sein.

Die erste Woche ist geschafft.
Ohne das jetzt groß bewerten zu wollen.

Zwischendurch gab es immer wieder Gedanken wie:
„Ich bin hier falsch.“
Oder:
„So schlimm ist das doch eigentlich gar nicht mehr.“

Und dann wieder ziemlich ehrlich:
„Ich will hier eigentlich nicht sein und habe Angst vor dem, was da noch kommt.“

Wobei diese Gedanken erstaunlich effektiv von der allgemeinen Überforderung verdrängt werden:
Termine, Gruppen, Räume, Namen, Anwendungen, Abläufe und die tägliche Frage:
„Wo muss ich eigentlich als Nächstes hin?“

Im Grunde ist es manchmal erschreckend normal.
Fast wie Arbeit. Nur mit Therapieplan.

Am Rande erwähnt – und vielleicht fühlt sich jemand erkannt:
Es ist durchaus irritierend, dass anscheinend davon ausgegangen wird, dass man mit dem ersten Atemzug Klinikluft automatisch die vollständige Orientierung auf dem Gelände erlangt.

Pate hin oder her:
Sich am ersten Tag alles erklären zu lassen und dabei auch noch irgendetwas zu verstehen, ist sportlich.

Richtig schön und gleichzeitig völlig absurd ist:
Zwischen den Terminen ist es oft wie überall sonst auch.

Es wird gelästert und gemeckert, was das Zeug hält:
Essen, Wetter, Anwendungen, Therapieangebote und alles, was sich anbietet.

Und zwischendrin entstehen tatsächlich ehrliche Gespräche.
Manchmal kurz. Manchmal überraschend offen.

Mein Ironiesensor ist jedenfalls weiterhin aktiv und sendet mir zuverlässig allerlei Absurdes, Belastendes und Groteskes aus dem Klinikalltag.

Darüber möchte ich schreiben.

Und irgendwo dazwischen dämmert langsam die Erkenntnis:
Dass man hier vermutlich niemandem etwas beweisen muss.

Und ich glaube, damit bin wohl auch ich gemeint.