#Tag 49
Heute ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet habe. Eigentlich sogar zwei Dinge.
Die therapeutische Vertretung und ein Gespräch mit einer Mitpatientin – zunächst nichts Ungewöhnliches. Und doch haben mich beide Begegnungen überrascht und tief berührt.
Der Therapeut hat mehr oder weniger genau an dem Punkt angesetzt, an dem das letzte Gespräch geendet hatte. Dafür, dass es eine Vertretung war, hat mich das wirklich beeindruckt. Mit seiner eigenen Art hat er den Kern meines Aufenthalts noch einmal freigelegt – und auch etwas, das ich, glaube ich, bisher noch gar nicht aufgeschrieben habe, die Tränen standen mir förmlich ins Gesicht geschrieben.
Ich war traurig. Gleichzeitig hat mich seine Empathie, seine fachliche Kompetenz und sein Vorgehen beeindruckt. Ehrlich gesagt habe ich das so nicht erwartet. Vielleicht muss ich mich eher fragen, warum eigentlich nicht. 😂
Es war keine leichte Kost. Trotzdem bin ich mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch gegangen. Dafür bin ich dankbar – auch mit dem Wissen, dass der eigentliche Weg noch vor mir liegt.
Dann war da noch die Mitpatientin.
Sie sprach mich an, als ich gerade vom Therapeuten kam. Ganz unvermittelt. Das, was sie sagte, war so ehrlich und kam, davon bin ich überzeugt, von Herzen, dass auch dort die Tränen wieder ihren Weg suchten.
Ich bin dankbar für ihre Worte und überrascht, wie gut sie mich gelesen hat. Ich glaube, dieses Gespräch wird meinen Aufenthalt hier mitprägen. Es wird eine Erinnerung bleiben, die untrennbar mit dieser Zeit verbunden ist.
Es fühlte sich wie eine Umarmung an.
Danke, T.
Auch wenn du das niemals lesen wirst.
Die Sonne ist wieder da.
Auch schön.
