#Tag 30

Ein Monat ist jetzt vergangen und es fällt mir unglaublich schwer, ein kleines Resümee zu ziehen.

Eine ständige Konstante ist das wirklich unglaublich schlechte Essen.

Was ich einfach nicht nachvollziehen kann, weil gesundes Essen doch irgendwie auch einen Mehrwert bei der „Gesundung“ der Seele – gerne auch Psyche – haben könnte!?

Konstant ist auch der ständige Wechsel von Mitpatient:innen.

Was besonders bei den Menschen schade ist, die ich etwas besser kennenlernen durfte.

Interessant finde ich, dass einige Entlassene trotzdem regelmäßig zu Besuch kommen.

Die Angst vor dem Zeitpunkt der Entlassung und davor, wieder im Alltag anzukommen, scheint nicht ungewöhnlich zu sein.

Die Sicherheit, die eine stationäre Behandlung mit sich bringt, sowie vertraute Menschen geben vermutlich Kraft.

So zumindest meine Denke.

Obwohl ich es in den letzten Tagen gut geschafft habe, meinen Kopf leer zu halten und nicht zu grübeln, schwingt trotz allem ein Gedanke ständig im Hintergrund mit:

Wie soll ich das alles umsetzen?

Verändern?

Und vor allem zulassen?

Es wirkt wie eine steile Wand, deren Ende nach oben nicht zu sehen ist.

(BTW: Das versuche ich in der nächsten Kunsttherapie umzusetzen.)

Vielleicht trifft Ernüchterung mein Gefühl derzeit am ehesten.

Wobei auch das nicht ganz passend ist.

Denn etwas zu verändern – oder vielmehr etwas zuzulassen, das jahrelang erfolgreich weggedrückt wurde – ist eine echte Herausforderung.

Und vielleicht liegt genau darin die Schwierigkeit:

Nicht darin, etwas Neues zu lernen.

Sondern aufzuhören, etwas Altes festzuhalten.

Und trotz aller Unterstützung, die ich erfahre und wahrnehme, fühle ich mich manchmal allein.

Und ich habe Angst.