Nur selten drangen die Geräusche der Außenwelt zu ihm durch. Mit geschlossenen Augen lehnte er rücklings an der Heizung und lauschte der Musik.

Heute nicht. Heute hab ich für das Leben keine Zeit.

Zu seiner linken lag seine Kladde. Daneben der am Ende abgekaute Bleistift. Verbannte Gedanken aus seinem Kopf und seinem Herzen prangten von der offenliegenden Seite.

Heute nicht. Heute hab ich keinen Schmerz.

Seine Hand strich über den Boden auf dem er saß und spürte den feinen hereingetragen Staub der Straße. Der Boden war kalt.

Heute nicht. Heute möchte ich keine Kälte.

Unwillkürlich griff er zu dem Glas zu seinen Füßen. Er trank mit einem Schluck den Rest daraus aus. Wärme folgte dem Schluck.

           Heute nicht. Heute möchte ich nicht in eine andere Welt.

 So saß er da. Die Musik verging und kam wieder. Blitzlichter hinter den Gardinen erleuchteten den abgedunkelten Raum und die Heizung wärmte ihn.

Heute nicht. Heute nicht.

Als die Musik verstummte, war die Welt still. Er blickte hinaus und sah einen grauen Schleier. Die Welt war verschwunden.

Heute nicht. Heute verschwindest du nicht.

Voller Zorn zog es ihn hinaus, um der Welt zu sagen, dass sie nicht gehen durfte. Er sammelte seine ganze Luft in der Lunge um hinauszuschreien wie sehr er sie hasste.

So stand er draußen und erkannte: „heute nicht“. Die Nachbarskatze umgarnte seine Beine und schnurrte. Er streichelte sie am Kopf und lächelte.
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