Fortbildungen! Meine Erfahrung hat bisher gezeigt, dass Fortbildungen leider viel zu häufig nicht die eigenen ganz subjektiven Erwartungen erfüllen. Der Auszug der Inhalte ist wie ein Trailer – es kommen nur die besten Szenen rein; bei einem 2 Stunden Film die Highlights in 2 Minuten zu verpacken ist ja auch eine Kunst.

Aber zurück zur Fortbildung. Der Text war auf einige Sätze und einige Zeilen mehr verpackt – kurz und knapp wurde alles gesagt, was in zwei Tagen passieren soll!

Die Kinokarten hätte ich mir bei einem solchen Trailer vorbestellt – aber in diesem Fall habe ich meine Vorgesetzte ganz nett danach gefragt, ob diese Fortbildung nicht sinnvoll wäre – so als Multiplikator. Mein Trailer bei der Anfrage dauerte übrigens nicht ganz eine Minute. Lange Rede und bisher gar keinen Sinn. Zwei Kolleginnen und ich durften an dieser Fortbildung teilnehmen. Wir Sozialarbeiter sagen dann auch gerne, dass dies dazu dient, unseren Werkzeugkoffer zu füllen oder neu zu bestücken.

Die Fortbildung war im Vorfeld Thema in der allgemein anerkannten Kaffeerunde – aber nicht wegen des Themas! Nein! Dass Essen und die Örtlichkeit wurden von den Kolleginnen und Kollegen in den höchsten Tönen gelobt, die bereits einmal oder mehrmals dort waren. An dieser Stelle muss ich einschieben, dass ich auch zu dieser Gruppe gehörte und voller Lob dafür war.

Ausgezeichnetes Essen für einen Bildungsträger – ich rede hier von einer evangelischen Bildungseinrichtung – und die Örtlichkeit erst. Ein Ort zum verweilen und zum „runterkommen“. Also ein Ort, in dem jeder die Möglichkeit hat, seine Seele baumeln zu lassen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es einem evangelischen Kloster sicher entgegen kommt, dass dort die Möglichkeit besteht, die Seele baumeln zu lassen.

Die angekündigten sommerlichen Temperaturen waren neben dem Essen und der Örtlichkeit On-Top! Ist es nicht schön bei gefühlten 30 Grad Celsius in einem stickigen Seminarraum zu sitzen!?

Die Anreise. 3 Stunden später wusste ich im Grunde alles über Geburten – Mann möchte nicht alles wissen!

Der erste Eindruck der mitgekommen Kolleginnen vom Ort waren positiv. Ein Haken hinter meine kompetente und verlässliche Empfehlung!

Die Zimmer konnten natürlich noch nicht bezogen werden. Wie sich später herausstellte, war dies erst nach dem Mittagessen möglich beziehungsweise mit dem pünktlichen Beginn des zweiten Teils des Seminars … nein… wer will sich nach drei Stunden Fahrt schon frisch machen!?

Nachdem das Ringelpietz ohne Anfassen überstanden war, ging es in die inhaltliche Arbeit.  Tja… 2 Minuten-Trailer!

Das Mittagessen stand an und die Freude darauf, aus dem stickigen Seminarraum zu kommen.

Ja, mir ist klar, dass Geschmäcker unterschiedlich sind und ja, dass nicht mögen nicht gleichbedeutend mit schlecht ist.

Das Mittagessen. Auf dem Speiseplan stand Bio-Salat und Pfannkuchen mit Spinat sowie eine Nachspeise. Salat und Nachspeise habe ich vergessen. Die ersten kritischen Blicke meiner beiden Kolleginnen erhielt ich bereits direkt mit Verzehr der Vorspeise; einem unglaublich geschmacksneutralen Salat mit Dressing! Wie geht das? Löblich ist sicherlich, dass keine Fertigmischungen benutzt wurden…aber Geschmacksneutralisierer sollten dem Essen auch nicht hinzugefügt werden! Der Salzstreuer wurde gereicht! Ohne das Ende vorweg zu nehmen, aber die Nachspeise enthielt auch kein Salz.

Der Hauptgang wurde serviert, nachdem der Salat – die Vorspeise – tatsächlich in allen Punkten versagt hatte. Die Dozentin der Fortbildung hatte übrigens auch das Essen und die Örtlichkeit gelobt. Es konnte sich also nur um ein Versehen handeln. Sicherlich ein Praktikant (die weiblichen Praktikanten mögen sich bitte auch angesprochen fühlen) der vergessen hat zu würzen.

Aufgrund erster negativer Äußerungen und böser Blicke meiner Kolleginnen machte ich mir ernsthaft Sorgen darum, dass ich später in einer dunklen Ecke gefunden werde – selbstverständlich Blut überströmt und ohne jede Erinnerung. In der Zeitung würde stehen, dass ein armer Sozialarbeiter während der Mittagspause auf einem Klostergelände überfallen wurde – im besten Fall wäre mir die sonntägliche Kollekte zugute gekommen.

Wenn ich an Fortbildungen zurückdenke die „gut“ waren, habe ich auch immer gutes Essen in Erinnerung. Seltsam, oder? Und… ich erinnere mich an gutes Essen!

Die Hauptspeise. Da habe ich mich ja fast dran vorbeigeschildert. Pfannkuchen mit Spinat. Okay…kann man machen, muss man aber nicht. Warum ist dann nicht auch gleich Feta oder Schafskäse mit drin? Letzteres dann aber bitte nicht zu „Schaf-lastig“.

Was soll ich euch sagen? Ein neutraler Pfannkuchen kann ja sinnvoll sein, wenn man die Beilage entsprechend auswählt oder diese entsprechend gewürzt ist – Besonders schön war, dass der gerollte Spinat-Pfannkuchen in Restflüssigkeit des Spinates schwamm – aber was mach die speisende Person, wenn selbst der Spinat den Pfannkuchen nicht aufpeppen konnte? Die findigen unter euch werden es ahnen…nachsalzen! Der Salzstreuer leerte sich zusehend und wurde am Tisch einmal in die Runde gegeben.

Die Mittagspause war vorbei und die Schlüssel für die Zimmer immer noch nicht zu bekommen! Ein Einschub an dieser Stelle; wenn eine Gruppe von Personen vegetarisches Essen für den darauffolgenden Tag anmelden möchte, muss dies zwei Wochen vorher angemeldet werden! Ein Tag vorher geht gar nicht oder ist von der Gunst der Service-Person abhängig – außerdem steht dies natürlich auch im Kleingedruckten der Anmeldung. Es ging völlig verschwitzt in die zweite Tageshälfte der Fortbildung.

Es kam wie es kommen musste… die Inhalte der Fortbildung waren Geschmacksneutral. Wo war noch gleich der Salzstreuer? Nachdem wir weitere gefühlte drei bis vier Stunden mit Niedrigtemperatur gegart wurden, war es Zeit für das Abendbrot. Vorher aber bitte einmal deodorieren!

Der Speiseplan war sparsam aber okay. Brot, Aufschnitte und Salate.

Ich kürze die Essenszeit ab und erzähl euch von Amad.

Amad ist eine Imbissbude. Nein, ein Italiener…äh…nein…eine Dönerbude.

Na ja, nachdem Abendbrot haben wir uns in den Dienstwagen geschwungen und sind mal Freestyle-Mäßig losgefahren. Dank der aufmerksamen Kollegin konnten wir sechs Kilometer weiter Amad ausmachen. Es gab Pommes und Bier. Es war das beste Essen des Tages. Die Pommes waren zwar etwas sehr knusprig und völlig ungesalzen, aber der Griff zum Salzstreuer konnte diesen kleinen Mangel ausgleichen. Das Bier war übrigens okay. (Bier nicht nachsalzen?)

Ist Salz eigentlich überall frei zu erwerben?

Zum Abend sei soviel gesagt…es war wirklich lustig und ich war so glücklich am nächsten Tag, als mir die andere Kollegin eine Kopfschmerztablette gab. Die eine und die andere Kollegin…nette Namen, oder!?

Der Freitag. Sommerliche Temperaturen waren angesagt und sie sollten auch kommen. Die Fortbildung war bis 16 Uhr angesetzt. 3 Stunden Rückfahrt ohne Berufsverkehr und Stau. 19 Uhr Ankunft, etwas später zu Hause. Wer wünscht sich das nicht für einen Freitag.

Morgens – an diesem besagten Freitag – hatte ich richtig Hunger. Eine Seminarteilnehmerin bot mit Colorado an – welche ich aber dankend ablehnte. Das Frühstück war ja noch nicht serviert.

Ich möchte den roten Faden nicht durchtrennen, aber das Frühstück war echt okay. Okay, die Bio-Brötchen waren praktisch unschneidbar und geschmacksneutral. Aber es gab alles, was für ein ausgewogenes Frühstück nötig ist. Müsli, Brot, Brötchen, Aufschnitt, Streichzeugs und Eier (wer mag mit Salz).

Das Seminar ging so weiter wie es aufhörte…geschmacksneutral; dass führte dazu, dass wir uns dazu entschlossen, das Seminar früher zu verlassen. Sogar vor dem Mittagessen?

Natürlich haben wir uns den Speiseplan für das Mittagsessen angeschaut. Schoko-Creme, ein Salat (Bärlauch-Radieschen…wenn ich mich nicht irre) und die vegetarische Hauptspeise; Pseudo-Frikadellen und Gemüse (Fenchel).

Der Salat war gut, kein kulinarisches Highlight … aber gut. Ich bin zwar kein Vegetarier, aber es ist schon spannend fleischlose Frikadellen zu essen und nicht den „Fleischgeschmack“ zu vermissen … auch wenn diese völlig salzlos waren. Was mir bis heute nicht in den Kopf will … wie kann Fenchel-Gemüse nicht nach Fenchel schmecken… Fenchel riecht schon, wenn man ihn in der Hand gehalten hat!?

Erfreulich war allerdings, dass die Schoko-Creme auch tatsächlich nach Schoko geschmeckt hat.

Die Rückfahrt ging mit einem Abstecher zu Ikea direkt nach Hause. Abends gab es Pommes mit Salz!

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