Verlockende Stille lud zum Verweilen ein. Die Sonnenstrahlen brachen sich im Schnee und ein Glitzern überzog die Oberfläche.

 

Sie zog den Kragen ihres Mantels höher und setzte sich auf die Bank und atmete tief aus. Auf der anderen Seite der schneebedeckten Fläche, am Rande des Waldes tollte ein Hund im Schnee. Ein Pfiff hallte durch die Stille und ließ sie zusammenzucken. Der Hund entschwand durch die Bäume. Sie war alleine. Es war kalt und der Schnee gefroren. Die Bewegungen ihrer Füße ließen die Eiskristalle in einem Knirschen zerbrechen.

 

Sie blickte aus dem Fenster des Cafés und wärmte ihre Finger an der Tasse. Während sie die Menschen auf der Straße beobachtete, umhüllte sie ein Vanille-Aroma. Zunächst nippte sie vorsichtig an der Tasse, nahm dann einen großen Schluck. Die Wärme des Tees durchzog ihren Körper und ihre Schultern senkten sich. Die Anspannung löste sich. Sie hatte sich mittlerweile daran gewöhnt alleine zu sein.

 

Die Tränen verfingen sich an ihrem Mundwinkel. Sie schmeckte das Salz auf ihren Lippen. Mitten in der Trostlosigkeit lagen die roten Tulpen im Weiß. Es war ein Samstag und die Sonne schien. Die Kälte ließ sie zittern. Nur die Gehwege waren geräumt und das Grab lag unter dem stillen Tuch des Winters.

 

Während langsam die Schatten den Platz der Helligkeit einnahmen, ging sie nach Hause. Traurigkeit war der dunkle Begleiter an ihrer Seite. Ihren Frieden hatte sie geschlossen,  Abschied noch nicht genommen.

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