Traurige Musik klingt leise aus den Boxen.

Kalter Wind lässt die Regentropfen an die Fensterscheibe prasseln.

Gedämmtes Licht lässt den Raum nicht ganz in Dunkelheit gehüllt.

Heizungsluft lässt die Spitzen der Blätter tanzen. Vertrocknete Blätter.

In Gedanken versunken starre ich an die Decke.

Nein, Gedankenversunken bin ich nicht…ich starre nur.

Das Ticken der Uhr höre ich nicht mehr…aber ich zähle trotzdem die Sekunden.

Ich atme tief durch…lasse die Luft über meine spröden Lippen in meine Lunge gelangen…blinzle…als wenn die Trance ein Ende genommen hätte.

Noch immer höre ich die Regentropfen und den Wind miteinander spielen.

…noch immer zähle ich die Sekunden…ohne Wiederkehr…jede einmalig und unwiderruflich vergänglich.

Langsam lasse ich die verbrauchte Luft aus meinen Lungen heraus…so als wenn es das erste mal gewesen wäre auszuatmen. Für einen Augenblick scheinen die Sekunden stehen zu bleiben…mein Atem nicht…

Meine Brust senkt sich, bis der letzte Rest des Lebens herausgepresst ist und eine völlige leere in mir herrscht.

Ich atme ein, ganz tief. Ich genieße es. Neues Leben füllt meine Lungen.

Aber nur so lange, bis es verbraucht ist. Dann werde ich dieses verbrauchte Leben auswechseln, durch ein neues und unverbrauchtes Leben ersetzen…immer und immer wieder. Um selbst leben zu können.

Ich starre wieder an die Decke.

Denke darüber nach das du mein Atem bist…einzigartig und nicht austauschbar. Mich mit Leben füllst.

Die Blätter tanzen noch immer im Takt der Heizungsluft, auf und ab…immer wieder, unbekümmert und voller Energie…wie du

Das Gedämmte Licht, hält die Dunkelheit weiter zurück. Mein Licht bist du.

Weiter spielt die Natur vor den Fenstern miteinander. Jeder für sich…aber doch zusammen.

Die Musik die ich höre…ist sie wirklich traurig?

Nein, sie spricht mich nur an, hat sie einen Weg gefunden meine Gefühle zu finden.

Auch du kennst diesen Weg.

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